Nachdenkliches

Arbeit und Leben

Ich glaube weiterhin, dass unserer Welt kein tieferer Sinn innewohnt. Aber ich weiß, dass etwas in ihr Sinn hat, und das ist der Mensch, denn er ist das einzige Wesen, das Sinn fordert. Diese Welt besitzt zumindest die Wahrheit des Menschen, und unsere Aufgabe besteht darin, ihm seine Gründe gegen das Schicksal in die Hand zu geben. Und die Welt hat keine anderen Seinsgründe als den Menschen, und ihn muss man retten, wenn man die Vorstellung retten will, die man sich vom Leben macht.
Albert Camus

Was bleibt, ist ein Schicksal, bei dem allein das Ende fatal ist. Abgesehen von dieser einzigen fatalen Unabwendbarkeit des Todes ist alles, sei es Freude oder Glück, nichts als Freiheit. Es bleibt eine Welt, in der der Mensch der einzige Herr ist.
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Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.
Albert Camus

Der Veganismus eignet sich deshalb hervorragend dazu, den religiösen Phantomschmerz der Säkularisierten zu lindern. Gott spielt zwar nicht mehr die Hauptrolle, dafür wird um das Tier als "Mitgeschöpf" ein Tanz aufgeführt wie ums Goldene Kalb. Unerfüllbare Gebote fördern den Fanatismus, weil jeder jeden mit Recht der Inkonsequenz und Häresie beschuldigen kann. Wer dabei am lautesten den Inquisitor gibt, hat gewonnen. Das hat schon im Christentum prima funktioniert. Dessen Gebot, Hinz und Kunz zu lieben, hat die Lieblosigkeit in der Welt möglicherweise mehr vorangebracht als der Vorschlag, Hinz und Kunz lediglich zu achten.
Es gibt nicht nur keine zu 100 Prozent vegane Lebensweise. Die vegane Lebensweise ist als solche hundertprozentig ein Phantom.
Klaus Alfs

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
Sören Kierkegaard

Intelligenz ist die Fähigkeit, sich dem Wandel anzupassen.
Stephen Hawking

Die Natur ist für den Menschen wie der Kühlschrank für einen Hund: Er weiß, dass Futter drin ist, aber er wird nie verstehen, wie der Kühlschrank funktioniert.
Ivar Giaever

Meine Art zu essen und auch zu kochen ist sehr altmodisch, ich fühle mich manchmal, als würde ich gegen eine Übermacht von Menschen kämpfen, die Essen nicht mögen, die Gründe dafür suchen, Dinge nicht zu essen, statt Gründe, sie zu essen. In unserer heutigen Ernährung geht es viel zu oft um Verzicht.
Nigel Slater

Wir glauben, dass in einer sich technisch weiter entwickelnden Gesellschaft immer weniger Menschen gebraucht werden, um die Bedürfnisse der Bevölkerung zu befriedigen. In einer solchen Gesellschaft ist es sinnlos, künstlich Arbeitsplätze zu schaffen für eine ständig wachsende Bevölkerung. Was wir brauchen, ist eine neue Art, Einkommen oder die immer weniger werdende Lohnarbeit bei gleichem Gehalt zu verteilen. Ziel ist, allen Menschen ein Leben in Würde und ohne Not zu ermöglichen. 
Eine andere Möglichkeit wäre natürlich, zu einer Gesellschaft technikfeindlicher Maschinenstürmer zu werden.
Die griechischen Piraten

Wer im Herzen einer Großstadt leben möchte, der muss auch deren Herzschlag ertragen können!
Eine Frankfurter Marktkfrau

Spießig ist, Dinge zu machen, die nicht aus den eigenen Gedanken entsprungen sind, sondern einfach nachgelebt werden. Nach Regeln, die einem jemand anderes auferlegt, die man also vollzieht, ohne sie wirklich einzusehen.
Barbara Rudnik

Das Leben ist ungerecht, aber schön.
Fiona Lorenz

Auf dieser Welt gibt es genug für jedermanns Bedürfnise, aber nicht für jedermanns Gier.
Mahatma Gandhi

Eine neue Art von Denken ist notwendig, wenn die Menschheit weiterleben will.
Albert Einstein

Gott gebe mir die Gelassenheit zu ertragen, was ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge
zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.
Reinhold Niebuhr

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.
Demokrit


Man irrt sich gewaltig, wenn man glaubt, Fischer und alle, die ihr Geld auf dem Meer
verdienen, seien Männer aus Stahl. Doch im Gegensatz zu den meisten Amateuren
kennen sie ihre Grenzen besser
Björn Larsson

Wir müssen denjenigen Unternehmern, die die Zukunftsfähigkeit ihrer Unternehmen und
die Interessen ihrer Arbeitnehmer im Blick haben, helfen gegen die verantwortungslosen
Heuschreckenschwärme, die im Vierteljahrestakt Erfolg messen, Substanz absaugen
und Unternehmen kaputtgehen lassen, wenn sie sie abgefressen haben. Kapitalismus
ist keine Sache aus dem Museum, sondern brandaktuell.

Franz Müntefering

Ich glaube nicht, dass in der Kenntnis der Produktionskapazität und des Verbrauchs das
Mittel gegen die vorhandenen Schwierigkeiten liegt, weil die Kenntnis im allgemeinen zu
spät kommen dürfte. Ferner scheint mir in Deutschland das Übel nicht in einer Hypertro-
phie des Produktionsapparates zu liegen, sondern in der mangelnden Kaufkraft eines
großen Teiles der Bevölkerung, der durch die Rationalisierung aus dem Produktionspro-
zess ausgeschaltet worden ist.
...
Natürliche Mittel zur Beseitigung der Übelstände sind nach meiner Meinung:

1. Nach Berufzweigen abgestufte, gesetzliche Verringerung der Arbeitszeit zur Beseitigung
der Arbeitslosigkeit, in Verbindung Fixierung der Minimallöhne zur Regulierung der Kaufkraft
der Massen gemäß der vefügbaren Warenproduktion.

2. Regulierung der zirkulierenden Geldmenge und des Kreditvolumens unter Konstanthaltung
des mittleren Warenpreises, bei Abschaffung jeder besonderen Deckung.

3. Gesetzliche Beschränkung der Preise solcher Waren, die durch Monopol bzw. Kartellbil-
dung der freien Konkurrenz praktisch entzogen sind.
Albert Einstein


Die letzten Generationen haben uns in der hochentwickelten Wissenschaft und Technik
ein überaus wertvolles Geschenk in die Hand gegeben, das Möglichkeiten der Befreiung
und Verschönerung unseres Lebens mit sich bringt, wie sie keiner der früheren Genera-
tionen geboten waren. Dies Geschenk bringt aber auch Gefahren für unsere Existenz mit
sich, wie sie noch niemals schlimmer gedroht haben.

Mehr als je hängt das Schicksal der zivilisierten Menschheit von den moralischen Kräften
ab, die sie aufzubringen imstande ist. Deshalb ist die Aufgabe, die unserer Zeit gestellt ist,
nicht etwa eine leichtere als die Aufgaben, welche die letzten Generationen gelöst haben.

Es kann der Bedarf der Menschen an Nahrungsmitteln und Gebrauchsgütern mit einem weit
geringeren Aufwand an Arbeitsstunden geschaffen werden als früher. Dafür aber ist das
Problem der Verteilung der Arbeit und der produzierten Güter viel schwieriger geworden. Wir
alle fühlen, daß das freie Spiel der wirtschaftlichen Kräfte, das ungeordnete und das ungezü-
gelte Besitz- und Machtstreben der Individuen nicht mehr automatisch zu einer erträglichen
Lösung dieser Probleme führt. Es bedarf einer planmäßigen Ordnung der Erzeugung der Güter,
der Verwendung der Arbeitskräfte und der Verteilung der produzierten Waren, um der bedroh-
lichen Ausschaltung wertvoller produktiver Arbeitskräfte und der Verarmung sowie der Verwil-
derung großer Teile der Bevölkerung vorzubeugen.
Albert Einstein


Unrecht gewinnt oft Rechtscharakter einfach dadurch, dass es häufig vorkommt.
Berthold Brecht

Das Geld zieht nur den Eigennutz an und verführt stets unwiderstehlich zum Mißbrauch.
Albert Einstein


Die moderne Kultur ist in ihrer gegenwärtigen Entwicklungsphase eine Kultur ohne
Weisheit, ohne Vernunft. Das ist eine Neuerung unter den Weltkulturen, und eine
Neuerung, die nicht dauern wird.
Carl Friedrich v. Weizsäcker

Ich fordere Toleranz und Akzeptanz. Toleranz der Gesellschaft für neue kulturelle Einflüsse. Aber auch Akzeptanz der Einwanderer gegenüber der Kultur, in die sie sich freiwillig begeben haben. Wer darauf besteht, dass seine Frau in der Burka herumläuft, der kann das gerne tun. Zum Beispiel in Afghanistan oder Pakistan.
Heinz Buschkowsky

Die Entwicklung dieses Wirtschaftssystems wurde nicht mehr durch die Frage:
Was ist gut für den Menschen? bestimmt, sondern durch die Frage:
Was ist gut für das Wachstum des Systems?
Erich Fromm

Die Majorität der Dummen ist unüberwindbar und für alle Zeiten gesichert.
Der Schrecken ihrer Tyrannei ist indessen gemildert durch Mangel an Konsequenz.
Albert Einstein


Durch Arbeitsamkeit würde sich unser Wohlstand vermehren, aus dem Wohlstand
entstünde Reichtum, aus dem Reichtum entstünden höh're Wünsche, aus den Wünschen
Unzufriedenheit … nein, du verlockst mich nicht, ich bleib' bei meinem stillbescheidnen
tatenlosen Wirkungskreis … ich arbeit' nix!

Johann Nepomuk Nestroy

Der große Sport fängt da an, wo er längst aufgehört hat, gesund zu sein.
Berthold Brecht

Hoffen heißt: die Zukunft dementieren.
E. M. Cioran

Krieg und Frieden

Wer an Europa zweifelt, wer an Europa verzweifelt, der sollte Soldatenfriedhöfe besuchen.
Jean-Claude Juncker


Töten im Krieg ist nach meiner Auffassung um nichts besser als gewöhnlicher Mord.
Albert Einstein

Freiheit ist immer die Freiheit Andersdenkender.
Rosa Luxemburg

Wenn einer mit Vergnügen zu einer Musik in Reih und Glied marschieren kann, dann
hat er sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon
völlig genügen würde.
Albert Einstein


Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtig nach dem ersten,
noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.

Berthold Brecht

Ich weiß nicht, welche Waffen im nächsten Krieg zur Anwendung kommen,
wohl aber, welche im übernächsten: Pfeil und Bogen.
Albert Einstein

Jugend

Das Problem unserer morbiden Gesellschaft ist, daß wir eine Jugend haben,
die mehr erduldet und wehklagt, als daß sie sich zum Protest erhebt.

Thomas Häntsch

Das größte Übel der heutigen Jugend besteht darin, dass man nicht mehr dazugehört.
Salvador  Dali

Die Jugend hat in der Regel unrecht in dem, was sie behauptet; aber recht darin,
dass sie es behauptet.

Georg Simmel

Jugend ist kein Lebensabschnitt, sondern eine Geisteshaltung.
Perikles

Ich bin in einer glücklichen Zeit geboren. Den Ausdruck Jugendkriminalität gab es noch
nicht. Uns nannte man einfach Landplage.

Autor unbekannt

Wissenschaft und Forschung

Eine neue große wissenschaftliche Idee pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, dass ihre Gegner allmählich überzeugt und bekehrt werden – dass aus einem Saulus ein Paulus wird, ist eine große Seltenheit – sondern vielmehr in der Weise, dass die Gegner allmählich aussterben und dass die nachwachsende Generation von vornherein mit der Idee vertraut gemacht wird.
Max Planck

Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
Albert Einstein

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
Albert Einstein

Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom.
Albert Einstein

Man hat den Eindruck, dass die moderne Physik auf Annahmen beruht, die irgendwie dem Lächeln einer Katze gleichen, die gar nicht da ist.
Albert Einstein

Zwei Dinge sind zu unserer Arbeit nötig: Unermüdliche Ausdauer und die Bereitschaft, etwas, in das man viel Zeit und Arbeit gesteckt hat, wieder wegzuwerfen.
Albert Einstein

Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft ist blind.
Albert Einstein

Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war.
Bertolt Brecht

Politik

Die Mehrheit der Wähler hat keine Ahnung von Politik, die Mehrheit ist dumm.
Klaus-Peter Schöppner

Wenn Privatsphäre ungesetzlich wird, haben nur noch die Gesetzlosen Privatsphäre.
Phil Zimmerman

Wir sehen immer alles aus der Sicht des Bildungsbürgertums, wo sonntags Hausmusik gemacht wird. Aber es gibt wieder Milieus wie vor 100 Jahren.
Heinz Buschkowsky

Political Correctness löst keine Probleme.
Heinz Buschkowsky

Alle modernen faschistischen Bewegungen, einschließlich der Praktiken der gegenwärtigen amerikanischen Demagogen, haben es auf die Unwissenden abgesehen; sie stutzen die Tatsachen bewusst in einer Weise zurecht, die nur bei denen zum Erfolg führt, welche mit ihnen nicht vertraut sind. Die Unkenntnis der heutigen komplexen Gesellschaft führt zu einem Zustand von allgemeiner Unsicherheit und Unruhe, der den idealen Nährboden für reaktionäre Massenbewegungen modernen Typs abgibt. Solche Bewegungen sind immer 'völkisch' und hämisch anti-intellektuell.
Theodor W. Adorno

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.
Albert Einstein

Es heißt: In der Muße kommen oft die besten Gedanken. Aber nicht so in der Politik.
Denn selten sind Politiker nach »Denkpausen« klüger als vorher. Eher hoffen sie, dass
in der Zwischenzeit die Wähler dümmer geworden sind.

Peter Amendt

Die Politik lebt vom Kompromiß, die Kunst vom Absoluten. Wehe, wenn sie die Rollen tauschen!
Ernst Reinhardt

Vive l'€pe:
Liberté - Egalité - Portomonnaie!
Willy Meurer

Der schlechte Politiker verspricht einen fruchtbaren Sommer – der gute Politiker organisiert
genügend Mähdrescher
.
Pavel Kosorin

Wohlstandssicherung. Die scheint im Moment wohl durchgebrannt sein.
Siegfried Wache

Unsere Interessenverräter wurden auch gewählt.
Stefan Schütz

Wenige sind imstande, von den Vorurteilen der Umgebung abweichende Meinungen gelassen auszusprechen; die meisten sind sogar unfähig, überhaupt zu solchen Meinungen zu gelangen.
Albert Einstein

Ein Staatsmann ist ein Politiker, der sich in den Dienst der Nation stellt.
Ein Politiker ist ein Staatsmann, der die Nation in seinen Dienst stellt.

Georges Pompidou

Banken

Jede Bank lebt davon, fremdes Geld in eigenes zu verwandeln.
Peter Amendt

Der größte Aktivposten in den Bilanzen der Bankinstitute ist die Dummheit ihrer Klienten.
Erwin Koch

Was ist ein Bankraub gegen die Gründung einer Bank?
Berthold Brecht


Kunst und Kultur

Was darf die Satire?
Alles.
Kurt Tucholsky

Zeige ihnen einen roten Kometenschweif, jage ihnen eine dumpfe Angst ein, und sie werden
aus ihren Häusern laufen und sich die Beine brechen. Aber sage ihnen einen vernünftigen
Satz und beweise ihn mit sieben Gründen, und sie werden dich einfach auslachen
Berthold Brecht

Umwelt

Wir benutzen die Erde, als wären wir die letzte Generation.
René Dubos

Politik kann heute nur noch als die Kunst verstanden werden, die Existenz der Menschen
in einer gefährdeten Welt zu sichern.
Georg Picht

Wir werden eines Tages aufwachen und feststellen, daß Camping, Wandern, Fischen
und Jagen unmöglich geworden sind.
Don Widener

Überbevölkerung

Ungelöst wird dieses Problem alle unsere anderen Probleme unlösbar machen.
Aldous Huxley

... und der Geburten zahlenlose Plage droht jeden Tag als mit dem jüngsten Tage.
Johann Wolfgang Goethe

Was ist also christlicher: in diesem Jahr eine Million vor dem Hungertod zu bewahren,
um dann in den nächsten drei bis vier Jahren vielleicht drei oder vier Millionen nicht mehr
retten zu können - oder wie es ein wirklich nachdenklicher Mann ausgedrückt hat -
Indien seinem Schicksal zu überlassen? Wenn man das täte, so würden im Laufe der
nächsten fünf oder zehn Jahre viele Millionen Menschen weniger einem unausweich-
lichen Schicksal überantwortet werden.
Diese erschütternden Überlegungen zeigen aber, vor welchen Alternativen wir stehen.
Was sich heute in Ägypten und Indien ereignet, wird auch den Rest der Menschheit und
zum Schluß unerbittlich die westliche Welt erreichen.
Heinz Haber


Last Updated 17-Mai-2017
© A. Strohkirch 1997